Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin

Presseberichte

 
 

Festakt zum 60. Jahrestag der Luftbrücke


Zum Festakt anlässlich des 60. Jahrestages der Berliner Luftbrücke war viel Prominenz erschienen.
Mit einer Gedenkfeier zum 60. Jahrestag des Endes der Luftbrücke haben zahlreiche Vertreter aus Politik und Militär im niedersächsischen Faßberg am Donnerstag an den letzten Flug eines "Rosinenbombers" nach Berlin erinnert. "Die Luftbrücke war eine der größten humanitären Hilfsaktionen in der Menschheitsgeschichte", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU). mehr >>>

 

VETERAN BEEINDRUCKT VON FEIER

„Ein großes Zeichen der Freundschaft“

Es ist zwar 60 Jahre her, aber Geoff Smith hat die Zeit noch nicht vergessen - und auch die Opfer nicht. Als einer der Sprecher bei der Gedenkveranstaltung kämpfte er sich am Ende seiner Rede mit tränenerstickter Stimme durch die letzten Zeilen. „Es war ein sehr emotionaler Moment für mich, denn ein guter Freund von mir ist damals ums Leben gekommen“, erzählte der 80-Jährige nach dem Ende der Feier.

Zusammen mit Jack Simpson hatte er 1948 in Gato beim Bodenpersonal gearbeitet. Simpson wurde durch einen Propeller erschlagen. Diese Erinnerung wird Geoff Smith immer mit sich tragen. Aber auch den Wiederbeginn eines Vertrauensverhältnisses zwischen Siegern und Besiegten. „Als wir damals nach Berlin kamen, wussten wir nicht, wie die Menschen sich

verhalten würden, denn wir waren ja von der Royal Airforce“. Sobald die Brücke aber organisiert war, zogen in seiner Erinnerung alle an einem Strang, um die Versorgung möglich zu machen.
Smith, der auch der Vize-Vorsitzende der britischen Luftbrücken Gemeinschaft ist, zeigte sich beeindruckt von der Gedenkfeier in Faßberg. „Ich

denke, es ist auch ein großes Zeichen der Freundschaft und das ganze wurde wirklich hervorragend organisiert“, sagte Smith. Er hatte unbedingt kommen wollen, auch weil die Menschen, die sich als Zeitzeugen an die Luftbrücke erinnern können, immer weniger werden. In seiner Gemeinschaft gibt es noch 350 Mitglieder.

 
 
Berger Kurier vom 30. August 2009
 
 

Große Veranstaltung in Faßberg

Erinnerung an die Helfer der Luftbrücke

Mehr als 1000 Menschen haben gestern bei einer Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestages des Endes der Luftbrücke der Helfer von damals gedacht. Zur Erinnerung an die große Versogungsaktion wurde der Platz neben dem Rathaus in Faßberg in „Platz der Luftbrücke umbenannt.


FASSBERG. Es staubte ordentlich beim ersten Spatenstich für die Überdachung des „Fassberg Flyers“. Der Startschuss für das Bauprojekt war einer der Höhepunkte der gestrigen Gedenkveranstaltung zum 60.

Jahrestag des letzten Fluges der Luftbrücke von Faßberg.
Vor dem Spatenstich auf dem Museumsgelände neben dem Fliegerhorst hatten mehr als 1000 Menschen in einer Feierstunde auf dem Platz neben dem Rathaus den Helfern von damals gedacht. „Die Luftbrücke war eine logistische Meisterleistung, aber auch menschlich ein Erfolg“, sagte der britische Botschafter Sir Michael Arthur in seiner Ansprache. Freundschaften wurden geschlossen und eine Generation von Deutschen sei in dem Bewusstsein aufgewachsen, dass die Alliierten hinter ihnen standen und ihren Erfolg wollten.


Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff würdigte den Einsatz der Menschen für die damals eingeschlossene Stadt. „Ich danke allen Soldaten der Alliierten und all deren Helfern, die die Freiheit Berlins mit der Luftbrücke verteidigt und gesichert haben“, sagte Wulff. Zusammen mit Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte weihte er den neuen „Platz der Luftbrücke ein.
Die Generalkonsulin der USA Karen E. Johnson sah die Umbenennung des Platzes neben dem Rathaus in Platz der Luftbrücke als eine Ehrung der 101 Menschen, die im Einsatz für die Luftbrücke ihre Leben gaben.

Kranzniederlegung für die Opfer

Würdigung des „Fließbands der Luft“

Prall gefüllt war der neue „Platz der Luftbrücke“ gestern bei der Gedenkveranstaltung zum 60. Jahrestag der Luftbrücke. Redner aus den damals beteiligten Ländern erinnerten an die Leistungen und die Opfer die erbracht wurden, um Berlin aus der Luft zu versorgen.

FASSBERG. Willis F. Hargis, Billy E. Phelps, Lloyd G. Wells und Robert P. Weaver. Sie alle waren Angehörige der US Airforce. Und sie alle gaben ihr Leben in Faßberg beim Einsatz für die Luftbrücke.

Zu ihrer und der Erinnerung an die anderen der insgesamt 101 Menschen, die bei der Luftbrücke ums Leben kamen, wurden gestern am Gedenkstein neben dem Rathaus Kränze niedergelegt. Gut 1000 Menschen, darunter etwa 20 Veteranen gedachten in der Feierstunde der Opfer aber auch der großen Kraftanstrengung der Arbeiter, Piloten und Mechaniker, die die Luftbrücke möglich machten.

„2,3 Millionen Tonnen an Versorgungsgütern wurden nach Berlin geflogen. 1992 bis 1996 wurden

in das eingeschlossene Sarajewo so viele Güter transportiert, wie die Alliierten in einem Monat nach Berlin lieferten“, verdeutlichte der Inspekteur der Luftwaffe, Generalleutnant Klaus Peter Stieglitz, die Leistung von damals. Am Ende sei das „Fließband der Luft“ so eingespielt gewesen, dass es ein Vierteljahr dauerte, bis es wieder zum Halten gebracht werden konnte.

Er lobte bei der Veranstaltung auf dem „Platz der Luftbrücke“ die Arbeit des Fördervereins, der die

Erinnerung an dieses geschichtliche Ereignis bewahre.

So sah es auch Faßbergs Bürgermeister Hans-Werner Schlitte. „Geschichte muss gelebt werden, damit wir sie nicht vergessen. Dafür sorgt die Erinnerungsstätte Luftbrücke“, sagte Schlitte bei dem zweiten Teil der Feier, dem ersten Spatenstich für die Überdachung des „Fassberg Flyers“.

Schon zu den Veranstaltungen am Morgen waren wie gewünscht viele Besucher gekommen. Am späten Nachmittag gab es in einem zweiten Teil ein großes Platzkonzert neben dem Rathaus.

Anflug auf die große Gedenkfeier

Am 27. August 1949 startete das letzte Flugzeug mit Kohle Richtung Berlin. Damit endete vor 60 Jahren im Nordkreis die Luftbrücke. Am Donnerstag wird die Hilfsaktion für die heutige Hauptstadt gefeiert. Im letzten Teil der Serie stellt die CZ das Programm vor und zeichnet den Weg des „Fassberg Flyers“ als Ausstellungsstück in den Nordkreis nach.

FASSBERG. Die Vorbereitungen für die Gedenkfeier am Donnerstag, 27. August, in Faßberg sind abgeschlossen“. Nach einigen Monaten Arbeit steht alles bereit, um den 60. Jahrestag des Endes der Luftbrücke in Faßberg zu begehen.

160 geladene Gäste, darunter der britische Botschafter Sir Michael Arthur, die amerikanische Generalkonsulin Karen E. Johnson aus Hamburg und der Niedersächsische Ministerpräsident Christian Wulff werden am Donnerstag an der Feier auf dem Rathausplatz teilnehmen. Dazu werden aus England rund 20 Veteranen erwartet. „Wir hoffen, dass dazu so viele Bürger wie möglich kommen, um der Veranstaltung den richtigen Rahmen zu geben.
Um 10 Uhr geht es los mit einem deutsch-britischen Feldgottesdienst auf dem Rathausplatz. Ab 10.30 Uhr startet dann die eigentliche Feier mit Ansprachen des Ministerpräsidenten und dem Zeitzeugen Geoff Smith. Während der Feierstunde wird der Rathausplatz dann auch offiziell in Platz der Luftbrücke unbenannt. Außerdem gibt es eine Kranzniederlegung an dem bereits umgesetzten Gedenkstein.
Doch die Gedenkveranstaltung ist nur ein Teil des großen Programms. „Es soll

ein Fest für alle Bürger geben“, sagt Paul Hicks, Vorsitzender des Fördervereins Erinnerungsstätte Luftbrücke. Nach der Feierstunde gehen die Teilnehmer zum Soldatenheim. Dort sollen Bürger gegen 11.30 Uhr die Möglichkeit haben, mit dem Inspekteur der Luftwaffe und dem Ministerpräsidenten ins Gespräch zu kommen.
Ab 12.30 Uhr geht es dann an der Erinnerungsstätte Luftbrücke neben dem Fliegerhorst weiter. Geplant sind Reden des Standortältesten und des Bürgermeisters sowie des Vorsitzenden des Vereins Erinnerungsstätte Luftbrücke. Die Teilnehmer setzen ersten Spatenstich für die Überdachung des Flyers.
Ab 17 Uhr gibt es das große Platzkonzert auf dem dann neu benannten Platz der Luftbrücke neben dem Rathaus. Spielen werden dabei unter anderem die US Air Force Jazz Band Check Six, die Band of Adjutant General´s Corps aus England und das Luftwaffenmusikchor 3 aus Münster.

Vor zehn Jahren kam der Flyer nach Faßberg

FASSBERG (th). Den Grundstein für die Überdachung des „Fassberg Flyers“ werden die Teilnehmer der Gedenkfeier am Donnerstag legen. Damit wird der Rosinenbomber, eine Douglas C 47 A Dakota, zehn Jahre nachdem er seine endgültige Parkposition erreicht hat, wetterfest gemacht.

Mathias Pauls, Hörsaal-Leiter bei der Technischen Schule der Luftwaffe, erinnert sich noch gut an den Zustand der Maschine, als sie 1998 mit einem Transportflugzeug aus der Türkei abgeholt wurde. Die türkische Luftwaffe hatte das Flugzeug der Erinnerungsstätte geschenkt. „20 Leute haben bei der Restaurierung der Maschine mitgearbeitet“, erzählt Pauls. Besonders der Anstrich hat damals Problem gemacht, weil er ohne Grundierung auf die Aluminiumhülle gepinselt worden war.
Um ihn abzubeizen und wieder herzurichten, musste das Flugzeug nach Jever in eine

spezielle Werft transportiert werden. Dafür fragten die Verantwortlichen beim Transporthubschrauberregiment 15 in Rheine Bentlage an. „Endlich mal was anderes als Betonklötze“ hieß es dort gleich und so kam es, dass der „Fassberg Flyer“ noch einmal über den Heideort flog, allerdings als Transportware unter einen CH-53-Hubschrauber. „Die Zusammenarbeit hat damals super geklappt“, sagt Pauls. Nach der Restaurierung wurden der Flyer vom Flugplatz auf das Museumsgelände geschoben und dort die Einzelteile zusammengeschraubt. Heute ist das Flugzeug das Prunkstück der Ausstellung.