Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin

50 Jahre Bundeswehr in Faßberg

Die Jubiläumsveranstaltungen der Technischen Schule der Luftwaffe 3 (TSLw 3) und des Transporthubschrauber- regimentes 10 (THRgt) auf dem Fliegerhorst Faßberg fanden sowohl bei den geladenen Gästen und Angehörigen des Standortes als auch bei der Bevölkerung großen Anklang. Zu Ehren des 50-jährigen Bestehens der Faßberger Luftwaffenschule und der 25-jährigen Geschichte der Heeresflieger am Standort Faßberg wurde ein Fliegerhorstappell durchgeführt. Der Jubiläumstag begann zunächst mit der Eröffnung der neuen Ausstellung‚ Ausbildung, Fliegerei und Einsatz am Standort Faßberg

in der Erinnerungsstätte Luftbrücke Berlin in Faßberg, die umfassend und anschaulich auf die Geschichte ehemaliger und noch vorhandener Dienststellen und Verbände am Standort Faßberg eingeht. Zugleich wurde die Dokumentation, einschließlich der bereits bestehenden Erinnerungsstätte, als militärgeschichtliche Sammlung der Technischen Schule der Luftwaffe 3 durch die Luftwaffe genehmigt. Nach vielen Monaten der Vorbereitung konnte der Kommandeur der TSLw 3, Oberst Ulrich Stamm, die Genehmigungsurkunde aus den Händen des Amtschef Luftwaffenamt, Generalmajor Winfried Gräber, entgegennehmen.

 


Technische Schule der Luftwaffe seit 50 Jahren auf dem Fliegerhorst Faßberg
TSLw 3 bedankte sich bei den Faßbergern mit Großem Zapfenstreich
Von Oberstabsfeldwebel Paul Hicks

Foto: Barbara Steinbrink, TSLw 3

FASSBERG. Der Große Zapfenstreich war der Höhepunkt der Jubiläumsveranstaltungen zum 50-jährigen Bestehen der Technischen Schule der Luftwaffe 3 (TSLw 3) auf dem Fliegerhorst Faßberg. Die Genehmigung dazu hatte der Amtschef Luftwaffenamt, Generalmajor Winfried Gräber, erteilt. Nach dem letzten Zapfenstreich zur Auflösung des IV./Fernmelderegiments 33 im Jahr 1991 war dies nun wieder ein besonderer Anlass, den Großen Zapfenstreich durchzuführen. Die Faßberger Luftwaffenschule bedankte sich damit bei der Faßberger Bevölkerung und der Öffentlichkeit der Südheide für ein erfolgreiches und harmonisches Zusammenwirken. „Was wäre die Bundeswehr in Faßberg ohne die Gemeinde, den Landkreis Celle, die vielen Freunde aus Politik, Wirtschaft und Vereinsleben. Aber es gilt auch umgekehrt, was wäre die Südheide ohne die Bundeswehr“, unterstrich Generalmajor Gräber. Gut 4.000 Besucherinnen und Besucher hatten die Gelegenheit ergriffen, neben vielen geladenen Gästen diesem feierlichen Zeremoniell beizuwohnen. Der Große Zapfenstreich ist traditionell die höchste Form der militärischen Ehrerweisung durch deutsche Streitkräfte und das einzige formale Zeremoniell der Bundeswehr, dass in seinem Ursprung sehr weit zurückreicht. Präsentierte wurde der Zapfenstreich durch den Spielmannszug des Stabsmusikkorps der Bundeswehr und dem Luftwaffenmusikkorps 4 aus

Berlin unter der Leitung von Oberstleutnant Volker Georg Wörrlein sowie Offizieranwärtern der Fachschule der Luftwaffe (FSLw) und Angehörigen der Luftwaffenausbildungsregiments 1 aus Goslar. Kommandierender war der Kommandeur der II. Lehrgruppe TSLw 3, Oberstleutnant Georg von Harling. Zuvor oblag es Hauptmann Michael Raab von der FSLw, den Zuschauern einige Hintergrundinformationen zur Entstehungsgeschichte und zum Ablauf des Großen Zapfenstreichs zu geben. So geht das heute übliche Zeremoniell des Großen Zapfenstreiches auf die Befreiungskriege der Jahre 1813 bis 1815 zurück. Seit dieser Zeit folgt dem Zapfenstreich ein kurzes Abendlied. Beeindruckt vom Brauch der Russischen Armee, befahl König Friedrich Wilhelm III. im August 1813 auch für seine Truppen nach dem Zapfenstreich ein Gebet. Damit bestand das abendliche Zeremoniell aus dem Locken, dem Zapfenstreich und dem Gebet. Die heute noch gebräuchliche Form ist eine Zusammenfassung der Stücke der Fußtruppen, der berittenen Truppen und des Gebets. Sie wurde erstmalig am 12. Mai 1838 in Berlin mit einem Musikkorps aus 1.000 Musikern und 200 Trommlern unter der Leitung von Wilhelm Wieprecht, dem Direktor sämtlicher Musikkorps des preußischen Gardekorps durchgeführt.

 


Foto: Barbara Steinbrink, TSLw 3

Offizieranwärter der FSLw beim Großen Zapfenstreich.

Foto: Barbara Steinbrink, TSLw 3

Kurz nach 20:30 Uhr marschierte der Große Zapfenstreich unter den Klängen des ‚Yorckschen Marsches’ ein. Nach dem Ausrichten der Fackelträger erfolgte die Meldung durch Oberstleutnant von Harling an den Abnehmenden, Generalmajor Winfried Gräber, an dessen Seite der Kommandeur

der TSLw 3, Oberst Ulrich Stamm und Bürgermeister Hans-Werner Schlitte standen. Danach erklang eine Serenade aus den Musikstücken ‚Des großen Kurfürsten Reitermarsch’ von Kuno Graf von Moltke, ‚Gewagt-gewonnen’ von Josef Miksch und dem ‚Fliegermarsch’ von Hermann Dostal.

 

Foto: Barbara Steinbrink, TSLw 3

Der Spielmannszug des Stabsmusikkorps und das Luftwaffenmusikkorps 4 führten den Großen Zapfenstreich durch.


Anschließend begann der eigentliche Zapfenstreich mit dem Locken durch die Spielleute, dem Zapfenstreichmarsch durch Spielleute und Musikkorps, der Retraite, den drei Posten des traditionellen Zapfenstreiches und dem anschließenden Zeichen zum Gebet durch die Spielleute.

Dazu werden die Helme auf Befehl abgenommen. Der Große Zapfenstreich endete mit der Nationalhymne und der Abmeldung an Generalmajor Gräber. „Für die Offizieranwärter der FSLw war es eine besondere Ehre aber auch eine ungewöhnliche Herausforderung,

dieses besondere Zeremoniell durchzuführen, liegt doch der Schwerpunkt der Fachschulausbildung auf dem Erreichen eines zivilen Berufsabschlusses und nicht auf der hohen Kunst des Formaldienstes“, betonte Hauptmann Raab am Rande der Veranstaltung abschließend.